Queen - Die Story

 

London im Jahr 1968.
Die britische Metropole ist das Zentrum für die Rock- und Pop-Musik. Welcher Trend auch immer entsteht, London ist sein Ausgangspunkt. Musiker aller Herren Länder lassen sich hier nieder. Die Szene zeigt sich vielfältiger als je zuvor. Neben den Beatles haben sich die Rolling Stones als Gegenpol fest etabliert. Höchst komplizierte Klangstrukturen hört man von Pink Floyd, Genesis oder Yes, die sich gerade formieren und erste Hits schreiben. Über all dem thront der Gitarrengott Jimmy Hendrix, der sein Instrument wie kein anderer vor ihm spielt.
Ein Student der Physik, der auch eine große Vorliebe für Gitarren hat, ist von Hendrix sehr beeindruckt. Sein Name : Brian Harold May.

Er findet einen gewissen Tim Staffel, der den Bass bedienen und dazu noch sehr gut singen kann. Per Annonce wird ein Drummer gesucht. Es meldet sich ein Roger Meddows Taylor, der bevorzugt wird, weil er alles konnte und dazu noch eine eigene Ausrüstung hat. Die Jungs nennen ihr Trio "Smile".

Also machen sich Smile auf den schweren Weg, einen Plattenvertrag zu bekommen. Aber sie sind nicht allein, die Konkurrenz ist sehr groß. Der Weg dieser Bands ist immer der gleiche: Clubs, Schulfeste und alle anderen Möglichkeiten, die sich ergeben, mit der Hoffnung, dass irgendwann zufällig mal ein Manager auf Talentsuche im Publikum anwesend ist.

Tim Staffel bringt bei den Proben immer einen Freund und Schulkollegen namens Freddie Bulsara mit. Der hat immer gute Ideen für Outfit und Bühnengestik und kann bei den Auftritten beim Schleppen der Ausrüstung helfen.

Eines Abends spielen Smile also im "Speak Easy" in London, wo Manager und Produzent Lou Reizner im Publikum sitzt. Die Band gefällt ihm und sie bekommen tatsächlich ihren ersten Plattenvertrag. Die LP "Earth" kommt auf den Markt, doch leider versäumt Reizner, der LP die notwendige Promotion zu geben und die Platte verschwindet in der Versenkung. Die Gruppe nimmt noch eine zweite LP auf, doch auch die findet kein Interesse bei den Käufern.
Nach all den Misserfolgen verabschiedet sich Tim Staffel und wechselt zu einer Band namens "Humpy Bong", doch auch die geht in Rekordgeschwindigkeit ein.

Nun sind die beiden anderen von Smile mit ihrem Freund und Helfer allein, und die drei beschließen, eine neue Band zu gründen. Nach langen Diskussionen entschließen sie sich für den Namen "Queen", der auch eine Bedeutung in der Schwulenszene hat.

Ohne es zu wissen, treffen sie die Entscheidung ihres Lebens.

Nun machen sich die drei Queen-Member auf die Suche nach einem Bassisten. Dies erweist sich als gar nicht so einfach, denn alle, die sie sich bisher angehört hatten, entsprachen nicht ihren Vorstellungen. Aber auch ohne einen Bassisten üben sie ihre bisherigen Songs und schreiben fleißig an neuen.
Mittlerweile (Anfang 1971) haben sie ihre Songs schon ziemlich perfektioniert, aber es ist noch immer kein Bassist in Sicht. Immer mehr merken sie, wie gut Freddies Talent am Piano zu Brians Gitarrenspiel passt. Sie haben so einen ganz neuen Sound erarbeitet. Doch langsam wird es langweilig, immer nur zu proben. Sie wollen endlich mal einen Live-Gig spielen, um zu testen, wie, und überhaupt sie beim Publikum ankommen.

Im April 1971 sind sie auf einer Studentenfete eingeladen, wo eine Freundin von Brians Freundin ihnen ihren Freund und "arbeitslosen" Musiker namens John Richard Deacon vorstellt. Sie laden ihn zum Vorspielen ein und sind sich alle einig, dass John zu ihnen passt. Jetzt muss John nur noch zusagen, was er auch tut. Er macht sich an die Arbeit, das ganze Queen-Material zu studieren und zu proben.

Freddie ändert seinen Nachnamen von Bulsara in Mercury um und von nun an ist alles perfekt. Die inoffizielle Gründung der Rockband "Queen" ist also am 20.April 1971 mit den Musikern:

Freddie Mercury - Lead Vocals, Piano 

Brian May - Lead Guitar, Vocals 

Roger Taylor - Drums, Vocals 

John Deacon - Bass Guitar

Ab jetzt beginnt alles von vorne, Gigs auf Schulfeten usw. , die große Suche nach einem Plattenvertrag. Ein Freund aus Studienzeiten hat ein neues Tonstudio gegründet mit einer neuen 8-Spur-Aufnahmetechnik, wo sie ihr ganzes Material neu mischen und sogar aufnehmen dürfen. Da ist nur ein Haken, sie dürfen nur dann spielen, wenn gerade mal freie Studiozeit vorhanden ist. Dies bedeutet, dass sie den ganzen Tag im Studio warten müssen, bis sich in irgendeinem Studio mal etwas Zeit zum Aufnehmen ergibt. Das ganze Equipment muss von einem ins andere Studio gebracht werden und wieder zurück. Doch am Ende bekommen sie trotz all dieser Umstände ein ganz beachtliches Demoband zusammen, welches sie dann an jede Plattenfirma schicken. Aber alle lehnen es mit viel Bedauern ab. Eine Plattenfirma zeigt aber Interesse, mit dem Vorbehalt,  erst einmal einen Live-Gig sehen zu wollen, um zu festzustellen, ob die Band auch wirklich hält, was sie verspricht. Am 24.März geben sie diesen Gig auf einer Tanzveranstaltung im Londoner Forest Hill Krankenhaus, und sie sind gut. Barry Sheffield von Trident ist beeindruckt und bietet ihnen einen Vertrag mit Trident Audio Productions an.
Im Mai 1972 steht nun die Unterzeichnung dieses Vertrags an, aber Queen bestehen auf drei Verträge: Veröffentlichungen, Aufnahmen und Management. Über all dies solle getrennt verhandelt werden, oder sie wären nicht interessiert. Dies ist sehr hoch gepokert und für eine Band mit diesem Status mehr als arrogant, aber Trident akzeptiert und der Vertrag kommt zustande.

Jetzt haben sie aber noch keinen Vertrag, um die Aufnahmen im Studio zu beginnen. Also beginnen Verhandlungen mit EMI-Records. Trident will Queen im Dreier-Paket verkaufen, also noch zwei weitere Bands, an denen EMI aber nicht interessiert ist. Dadurch droht die ganze Sache wieder zu platzen. Aber EMI erkennt das große Talent von Queen und kauft die zwei anderen Bands einfach mit. Mittlerweile ist es schon März 1973 geworden. Nun bittet man Queen in die EMI Records Ltd. Büros, um endlich ihren ersten richtigen Plattenvertrag zu unterzeichnen. Dies geschieht alles ohne großes Tamtam und Queen haben ihren Vertrag mit den eigenen Rechten für ganz Europa in der Tasche.
Sofort wird ein Studio gebucht und die Arbeiten zu ihrem ersten Album beginnen...

Das erste Queen-Album ist nun fertig und der erste Streit beginnt. Wie sollte man es nennen? Am Ende entscheiden sie sich einfach für "Queen". Aber anscheinend will dieses Album niemand kaufen, es kommt nicht einmal in die Charts. EMI entscheidet sich, einige Gigs zu arrangieren, um Queen der Öffentlichkeit vorzustellen. Aber auch das hebt die Verkaufszahlen nicht an. Es werden auch etwas seltsame Verkaufsstrategien entwickelt. Gegenüber eines EMI Büros mitten in London befindet sich ein Biergarten. Dorthin werden sämtliche DJs von sämtlichen Radiostationen eingeladen, und im Büro werden die Fenster weit geöffnet und die Queen-LP mit voller Lautstärke gespielt, in der Hoffnung, so auf sie aufmerksam zu machen. Doch auch das funktioniert nicht.

Nach vielen kleinen Gigs machen sich Queen an die Arbeit, das zweite Album aufzunehmen. Jetzt merkt man, sie haben viel gelernt, und sie beginnen einen eigenen, hervorragenden Sound zu entwickeln.

Dank eines Auftritts im Marquee Club bekommen sie ein Angebot vom Management der Gruppe "Mott The Hoople". Sie sollen "Mott" als Vorgruppe bei deren England-Tournee begleiten. Hier spielen sie nun in großen Hallen auf einer großen Bühne. Hierbei stellt sich heraus, das Freddie das Publikum irgendwie in seinen Bann ziehen kann, und dieses ist total aus dem Häuschen, als Queen ihre Auftritte beenden.

Im Frühjahr 1974 kommt die zweite LP "Queen 2" auf den Markt. Die Single "Seven Seas Of Rhye" wird veröffentlicht und kommt auf Platz 10 der englischen Charts. Die LP schafft sogar Platz 5 und bleibt 29 Wochen in den Top 100. Nun steigen auch die Verkaufszahlen der ersten LP.

EMI will nun einen Ausland-Test machen. Also fliegen Queen nach Australien. Wenn sie dort floppten, wäre der Schaden nicht so groß, denn Australien ist ja sehr weit weg. Aber es wird ganz und gar kein Flop. Mott The Hoople wollen sie wieder arrangieren, diesmal für ihre USA-Tour und anschließend wieder in England. Auch diesmal ist es ein großer Erfolg. Zuhause in England haben sie sogar schon einige Fans, die sich in der "Mott"-Gemeinschaft lautstark bemerkbar machen. Das Publikum ist außer Rand und Band, und nach dem Auftritt werden die Hallen fast leer. Die Leute wollen nur noch diese Gruppe "Queen" sehen, mit diesem merkwürdigen Sänger "Freddie Mercury", der die Leute mit engen Samtklamotten und lackierten Fingernägeln total irritiert.

Am 11.Oktober erscheint die Single "Killer Queen" aus dem nächstem Album "Sheer Heart Attack"  auf dem Markt. Sie erreicht Platz 2 in den Charts und es scheint, als würde sich Queen zu einer Topband entwickeln.
Mit diesem Erfolg gehen sie zum ersten Mal als Headliner auf England-Tournee. Das bekannte "Rainbow Theatre" ist sogar zwei mal ausverkauft und sie verblüffen das Publikum mit einer außergewöhnlichen Show. Jede Menge Ballons und diverse Gummipuppen fallen von der Decke und Lametta wird ins Publikum geworfen. Brian tritt in Designer-Klamotten von Zahra Rhodes auf und Freddie wechselt bald nach jedem Track die Kleidung, bis er bei den Zugaben nur noch mit kurzer, hautenger Hose auf der Bühne steht. Sie spielen außer ihren eigenen Songs auch ein Rock´n´Roll-Medley aus Elvis Songs und überhaupt  gab es viel Trockeneisnebel mit sehr vielen Rauchbomben und buntes Licht, was bis dahin gar nicht üblich war. Freddie war einfach der Meinung, dass man dem Publikum auch etwas zu sehen geben müsse, im Gegensatz zu allen anderen, die nur ihre Musik runterspielen.
Das ganze erweist sich als sehr teuer, aber es ist auf jeden Fall beeindruckend. Alle sind begeistert, außer der Presse, die sich sehr abfällig über Queen äußert. Sie schreiben, Queen seien vier verrückte Schwule, die nur eine beschissene Studiomusik herstellen können. Aber davon lassen sich Queen nicht beeindrucken, und schon gar nicht Freddie.

Das Jahr 1975 sollte das erste wirkliche Queen Erfolgsjahr werden. Allerdings nicht ohne Probleme. Im Februar starten sie eine USA-Tournee als Headliner, aber diese muss abgebrochen werden, weil Freddie Probleme mit seiner Stimme bekommt.
Im Februar werden sie vom "Melody Maker" als beste Band des Jahres 1974 gewählt.

Doch ihr bevorstehender Trip nach Japan bringt ihnen noch weitaus größere Lobeshymnen ein. Bevor sie dort überhaupt ein Live-Konzert gegeben haben, sind sich die japanischen Zeitungen einig, dass Queen zu den besten drei Bands der Welt gehören. Queens erster Auftritt in Japan findet in der riesigen "Budokan"-Halle statt. Die ganze Band verliebt sich in das Land des Lächelns und Freddie wird zu einem Sammler japanischer Kunst und Antiquitäten.

Zu dieser Zeit befindet sich die zwischen den vielen Terminen aufgenommene LP "Sheer Heart Attack" in den Charts aller europäischen Ländern. Außerdem wird "Killer Queen" ihr erster Single-Erfolg in der USA und erreicht Platz 12 in den Charts und Platz 2 in England. Das ist natürlich der richtige Zeitpunkt, um mit der Arbeit einer neuen LP zu beginnen. Während der Aufnahmen kommt es zu Schwierigkeiten mit Trident. Ihre Platten verkaufen sich nun sehr gut, ihr Manager Jack Nelson kauft sich seinen zweiten Rolls Royce, aber sie selbst verdienen nur 150 Pfund die Woche. Außerdem kursieren Trennungsgerüchte. In Wahrheit aber trennen sich Queen mit Hilfe eines jungen Anwalts namens Jim Beach von ihrem bisherigen Manager Jack Nelson. Ihr neuer Manager ist ab sofort John Reid, der auch Elton John betreut.

Aus der neuen LP erscheint die Single "Bohemian Rhapsody", die ein sensationeller Erfolg wird. Eine Woche vor dem Erscheinungstermin hatte Freddie ein Demoband dieser Single einem Freund und DJ eines Radiosenders geschenkt. Kenny Everett, so sein Name, hatte die Single schon ein paar mal in seiner Sendung gespielt, und es kamen am laufenden Band Nachfragen, wo man diese Single erwerben kann. Freddie hatte die Idee eine Rockoper zu schreiben, und das Resultat war ganze 6 Minuten lang. In der Mitte des Songs wurden die Stimmen mehrmals aufgenommen, so, als ob ein ganzer Chor singen würde. In diesem Lied wird viermal das Tempo gewechselt, von sanfter Ballade bis hin zum harten Rock.

Es wird auch ein Video dazu aufgenommen, eigentlich nur zu Promotionszwecken, doch ohne sich überhaupt darüber bewusst zu sein, haben Queen die erste Videosingle erfunden. Somit haben sie den Startschuss für das neue Videozeitalter gegeben. Immer mehr Plattenfirmen nutzen diese Idee, um für ihre Bands zu werben.

Bohemian Rhapsody erreicht auf Anhieb den Spitzenplatz fast aller Länder und hält sich in England neun Wochen auf Platz 1, erreicht fast überall den Platinstatus und ist natürlich der beste Vorgeschmack auf die neue LP "A Night At The Opera". Dieser Titel stammt aus einem Film der Marx Brothers. Freddie hat für das Cover die Idee, ihre Sternzeichen darzustellen, und als alter Kunststudent macht er sich an das Werk, ein Queen-Logo mit den vier Sternzeichen Jungfrau, Krebs und zwei mal Löwe zu zeichnen. Die Sternzeichen stehen um ein großes Q mit einer Krone darauf, und das ganze wird von einem großen Phönix bewacht. Die LP erscheint am 3. Dezember und erhält ebenfalls Platin. Sie erreicht Platz 1 und bleibt 42 Wochen in den Charts.
Am 24. Dezember treten Queen zum letzten mal in diesem besonderen Jahr auf. Die Show findet im "Hammersmith Odeon" statt und wird Live von BBC übertragen. Dies ist das erste Mal für Queen.

Im Januar1976 beginnen Queen eine viermonatige Tour durch Amerika, Japan und Australien. Alle Shows sind restlos ausverkauft. Zwischenzeitig klettert "Bohemian Rhapsody" auch auf Übersee auf die Spitzenplätze. Gleichzeitig beginnen sie  die Aufnahmen für ihre fünfte LP, die im Dezember auf den Markt kommen soll.
Für ein paar Live-Gigs werden die Arbeiten unterbrochen.
Eins der wohl legendärsten Queen-Konzerte findet in diesem Jahr im Hyde Park in London statt. Queen wollen sich bei ihren Fans für ihre Unterstützung bedanken und geben ein Gratiskonzert. Es werden 150.000 Leute erwartet und es kommen sogar noch viel mehr. Am Abend des 18. September 1976 stehen Queen einer Menschenmasse von über 180.000 Leuten gegenüber. Das Wetter ist toll und die Masse tobt. Leider hat Queen eine sehr strenge Auflage für den Zeitplan bekommen. Dies hat zu Folge das sie keine Zugaben mehr geben konnten. Das Publikum ist natürlich enttäuscht.
Am 12. November kommt die Single "Somebody To Love" von der neuen LP "A Day At The Races" auf den Markt. Single und LP werden wie erwartet wieder ein Riesenerfolg.

Anfang des Jahres 1977 touren Queen wieder durch die USA. Als Vorgruppe wird die Rockband "Thin Lizzy" angeheuert. Das kuriose daran ist, während Thin Lizzy von der Presse in den Himmel gehoben wird, wird Queen glattweg zerrissen. Doch dadurch kommen nur noch mehr Leute zu ihren Konzerten, um zu sehen, warum der eine so gelobt und der andere so zerrissen wird.
Zum 25. Thronjubiläum von Königin Elizabeth geben Queen im "Earls Court" zwei Konzerte. Doch dabei verlieren sie 75.000 Pfund, denn die von ihnen mitgeführte Lightshow fordert ihren Tribut. Es handelte sich um eine riesige Krone, die während des Konzertes auf und abschwebte.

Queen ziehen sich wieder in die Studios zurück, wo sie mit der Arbeit zu ihrer neuen LP "News Of The World" beginnen.
Nach den Aufnahmen fliegen sie wieder in die USA, um dort ihre zweite Tournee in einem Jahr zu beginnen. Das hat es zuvor noch nie gegeben. Mit der Single "We Are The Champions" spielen sie sich nun auch in die Herzen der Amerikaner. In New York spielen sie dann erstmals im "Madison Square Garden", der größten Halle der Welt. Das hatten bisher nur wenige Musiker geschafft. Nun sind sie sich sicher, sie haben es geschafft. 

Sie haben sich in der Rock-Szene fest etabliert, sie haben den Status einer Super-Band. Hier im Madison Square Garden kommt auch die Lichtkrone voll zur Geltung. Es ist ein wahrhaft überwältigender Anblick. 24.000 Menschen, die Krone und Queen mit dem Abgang " We Are The Champions". Eine Krönung, die das Publikum mit tosendem Beifall belohnte.

Nach ein paar Auftritten in Deutschland besuchen Brian und Roger die Berliner Mauer, wodurch Roger für das neue Albumcover inspiriert wird. Es ist ein Gebilde mit lauter Kreisen, die auf die Mauer gemalt sind. Das Album wird diesmal nicht wie üblich in England, sondern an zwei verschiedenen Orten aufgenommen. In Montreux und in Nizza. Hierbei entschließen sie sich, die Mountain Studios in Montreux aus steuerrechtlichen Gründen zu kaufen. Der Vorbesitzer fragt Freddie, was sie denn nun damit vorhaben würden und Freddie antwortet: "Baby, wir werden es im See versenken". Die Studios werden natürlich nicht versenkt und die hier aufgenommene LP "Jazz" kommt auf Platz 2 der Charts.
Außerdem entschließen sie sich, das Management der "Firma" Queen komplett selbst zu übernehmen.
Nach den Aufnahmen geht es wieder mal auf Tour. Amerika, Japan und Europa. Queen bringen diesmal eine komplett neue Bühne und Lightshow mit. Roger sitzt hinter einer riesigen Schießbude auf einer Treppe mit weißen Spotlights. Sein Gong, der noch größer wurde, muss von hinten festgehalten werden, damit er nicht umkippt. Über 200 Scheinwerfer werden in 7 Lichtbatterien aufgeteilt und können auf- und abschweben. Wenn sie dicht über der Bühne schweben, wird es über 70°C heiß. Da sie für jede Lightshow einen Namen haben, nennen sie diese "Pizza Oven". Freddie kommt diesmal ganz in schwarzem Leder und bei den Zugaben reitet er auf Superman und verteilt eines Abends Bananen ans Publikum. Wie er auf diese "blöde" Idee kam, wusste er nachher auch nicht mehr so genau. Brian hat in Montreux ein Gewitter aufgenommen (wobei die Presse ihnen Gotteslästerung vorwirft), das jeden Abend die Show eröffnen soll. Das ganze geschieht natürlich wieder mit viel Krach und Rauch, und Freddie legt sich jeden Abend mit der Presse an, indem er seinen Mittelfinger in deren Richtung hob und "Fuck the Press" sagt. Die Fans amüsieren sich, aber die Fotografen sind beleidigt, was den ganzen Krach mit der Presse natürlich nicht gerade schlichtet.
Die ganze Tour bringt wieder, trotz ausverkaufter Hallen, ein Minus von 50.000 Pfund ein, aber das Publikum ist sich sicher, solche Live-Gigs gibt es nur bei einer Band, Queen.

Wieder in England wird jede Presseagentur mit dem Inhalt angeschrieben, Queen werde mit wichtigen Neuigkeiten eine Pressekonferenz im Radstadion von Wimbledon abhalten. Das Stadion ist proppevoll mit Presseleuten und auf der Radbahn fahren 65 nackte Mädchen auf Fahrrädern, aber von Queen ist nichts zu sehen. Nun ist wohl alles aus mit der Presse und der Fahrrad-Hersteller, bei dem sie sich die Fahrräder geliehen haben, will die Sättel ersetzt haben.

Während Queen Anfang des Jahres 1979 wieder in den Studios für eine neue LP arbeiten, kommt ein Live-Mitschnitt der vergangenen Europatournee auf den Markt. Die Doppel-LP "Live Killers" kommt gut bei den Fans an, weil sie die tolle Atmosphäre der Konzerte sehr gut wiedergibt.
Queen gehen nach den Studioarbeiten nochmals auf Deutschlandtournee. 

Sie hatten bisher eigentlich immer ein bisschen Angst vor dem deutschen Publikum, weil diese sehr kritisch sind. Aber durch diese Tournee erobern sie auch endgültig die Herzen der deutschen Fans. Während dieser Tournee sitzt Freddie in der Badewanne des Münchener Hotels und komponiert den Song "Crazy Little Thing Called Love", der als erstes von der LP "The Game" veröffentlicht wird. Der Song wird in allen Ländern ein Hit.

Während die Jungs 1980 nochmals durch die USA tourten, stürmt Johns Song "Another One Bites The Dust" auf den Spitzenplatz der amerikanischen Charts. In diesem Jahr brechen Queen in den USA sämtliche Rekorde. Die größten Hallen sind ausverkauft und "Another One Bites The Dust" erreicht Platin.
Queen bekommen als erste Rockband das Angebot, den Soundtrack für einen Film zu produzieren. Dieses Angebot nehmen sie natürlich gerne an, denn es ist ja immer gut, mal etwas neues zu versuchen. Der Film "Flash Gordon" wird ein Flop, aber die Musik heimst jede Menge Preise ein. Der Soundtrack wird auch in einer gleichnamigen LP veröffentlicht.

1981 - 10 Jahre Queen
Ein Jubiläum, das offiziell gefeiert wird. Die LP "Greatest Hits", das Video "Greatest Flix" und das Buch "Greatest Pix" kommen auf den Markt. Eine weitere Überraschung ist die Single "Under Pressure", die mit David Bowie aufgenommen wurde. Sie hatten sich zufällig in Montreux getroffen, wo David mit Plattenaufnahmen beschäftigt war. Im Februar fliegen sie nach Tokio, um fünf mal in der riesigen "Budokan" - Halle zu spielen.

Nun haben sie in allen "normalen" Ländern und Hallen gespielt und sie überlegten sich, mal etwas neues zu versuchen. Sie kommen zu dem Entschluss, nach Südamerika zu fliegen, um dort in den größten Fußballstadien der Welt zu spielen.
Als sie das bekannt geben, lachen alle und die Presse schreibt: "Nun sind die vier total verrückt geworden."

Mittlerweile haben sie wieder einen Manager. Jim Beach, der sie damals aus ihrem Knebelvertrag rauspaukte. Jim fliegt nach Buenos Aires und richtet ein provisorisches Queen-Büro ein. Von hier aus lässt sich die ganze Sache besser beobachten. Doch schon bald merkt er, dass er eine wahre Meisterleistung vollbringen muss, um dort heil wieder raus zu kommen.
Also gibt er die Queen "Reiseroute" bekannt.

Queen sind in Südamerika inzwischen eine Topband geworden, ohne jemals dort gewesen zu sein. Es gehen schon öfters Gerüchte herum, dass sie kommen werden. Sogar Konzerte sind schon angeschlagen und Karten verkauft worden. Nun sind schon wieder Tausende Fans am Flughafen in der Hoffnung angetroffen, dass es vielleicht diesmal klappt. Als die Maschine von British Airways landet, herrscht Totenstille unter der Menschenmasse. Die Gangway wird an das Flugzeug herangerollt, die Tür geht auf, und plötzlich läuft über die Lautsprecher am Flughafen Queen-Musik. Der ganze Flughafen gerät in Ekstase. Nun sind sich die Fans sicher, Queen sind da!!!
Die Ankunft wird von Bandairantes Television live übertragen und von dort an kommen täglich Queen-News im Fernsehen.
Am 28. Februar 1981 treten sie auf die Bühne im Stadion Velez Sarfield und geben ihr aller erstes Konzert auf südamerikanischem Boden. Keiner hatte jemals zuvor gewagt, was Queen nun wagen. Entsprechend nervös sind sie natürlich, weil sie wissen, dass nicht nur das Publikum, sondern die ganze Musikindustrie ihre Augen auf sie richtet.
Doch die ganzen Sorgen sind umsonst, das Publikum ist total aus dem Häuschen, und jeder Titel wird mit frenetischem Jubel bedacht. Bei "Love Of My Life" hört Freddie wie immer auf zu singen und lässt die Fans alleine weitermachen. Er ist nicht der einzige, der sich die Augen wischen muss. Das Konzert wird vom Fernsehen mit einer Zuschauerzahl von 35.000.000 an den Bildschirmen übertragen !!! Als nächstes gibt es Verhandlungen, im größten Stadion der Welt, dem Maracana Stadion aufzutreten. Doch dies erweist sich als einzige Niederlage der Tournee und sie weichen auf das zweitgrößte Stadion, das Morumbi Stadion in Sao Paolo, aus. Die 110 Tonnen schwere Ausrüstung muss quer durch den Urwald transportiert werden, wobei an der brasilianischen Grenze jedes einzelne Teil kontrolliert wird. Ein Zollbeamter erleidet einen Herzinfarkt, und mit ein wenig Bestechung geht es dann weiter.

Vor der Show bittet man den Veranstalter um einige Spotlights. Kein Problem, was sie haben wollen, sollen sie bekommen. Bis dann Gerry Stickells, der Tourmanager bemerkt, dass alle geliehenen Stücke einen Aufdruck anderer Bands haben. Nun haben sie also Angst um ihre eigene teure Anlage. So wird ein Flugzeug für Mitternacht gechartert, um nach den zwei Shows vor 131.000 und am nächsten Abend nochmals vor 120.000 Zuschauern das Equipment so schnell wie möglich abtransportieren zu können. Der örtliche Promoter ist so damit beschäftigt, den extra verlegten Kunstrasen zu klauen, dass er erst am nächsten Morgen bemerkt, dass seine Haupteinnahmequelle, die Anlage, schon längst im Flieger nach Hause war.
Diese Queen-Tour geht in die Geschichte ein. 470.000 Leute haben ihre Band live gesehen, darunter der Rekord des größten, zahlenden Publikums, nämlich 131.000 im Morumbi Stadion.

Als sie nach Hause kommen, kuriert die Schlagzeile: " South America Bites The Dust", was soviel bedeutet wie: "Südamerika ist erobert".
Nach dieser Tour entscheidet sich Roger zu einem eigenen Solo-Album. Er hat so viele Songs in der Schublade, von denen er meint, dass diese nicht zu Queen passen würden, dass er sie einfach auf ein Album packen möchte. Dieses Soloalbum heißt "Fun In Space" mit der Single "Future Management".

Anfang des Jahres 1982 erscheint die LP "Hot Space". Dieses Album sollte das umstrittenste sein, das sie jemals produziert haben. Das Album ist mehr auf den amerikanischen Markt zugeschnitten, mit viel Funk & Soul. In Amerika kommt es auch gut an, aber in Europa sind die Verkaufszahlen diesmal nicht so gut. Trotzdem erreicht die LP Gold-Status.
Der Rest des Jahres ist wieder voll mit Konzertterminen. Einige davon müssen wegen einer kuriosen Tatsache abgesagt werden. Der Papst Johannes Paul II. reist durch England, dadurch sind alle chemischen Toiletten ausgebucht. Dafür wird aber ein Nachholkonzert gegeben, im "Milton Keynes Bowl" vor 40.000 Zuschauern. Das Konzert wird vom englischen Fernsehen übertragen. Danach führt sie der Tourneeplan wieder nach Amerika und Japan.

1983 ist ein Erholungsjahr für Queen. Keine Konzerte, keine LP. Das gibt der Presse natürlich Anlass, Gerüchte zu verbreiten, dass Queen sich wohl nun doch trennen würden. Brian sagt dazu, sie seien sich nach 13 Jahren so sehr auf die Pelle gerückt, dass sie nur mal eine Pause brauchen. Von Trennung kann nicht die Rede sein.
Dafür gibt es jede Menge Soloaktivitäten. Roger arbeitet an seinem 2. Album und Brian spielt mit einigen Freunden ein Minialbum zusammen. Bei diesem Album hat er sich mit vier Freunden in einem Studio getroffen und mit deren Erlaubnis ein Band mitlaufen lassen, das er auch veröffentlichen darf. Freddie beteiligt sich an dem Musical "Time" mit dem gleichnamigen Titelsong und dem Song "In My Defence" und zum Remake des Films "Metropolis" steuert er den Song "Love Kills" bei.

1984 steigen Queen wieder voll ins Geschäft ein. Die Single "Radio Ga Ga" stürmt als Comeback sämtliche Charts. Es wird ein Video mit Szenen aus dem Film "Metropolis" gedreht. Das Video ist das teuerste, was Queen jemals produziert haben. Auch das Video zu "I Want To Break Free" ist etwas besonderes. Alle vier treten als Frauen auf. Roger rasiert sich sogar die Beine. Die LP "The Works" ist wieder ein Chartbreaker. Mit diesem Erfolg geben Queen ihre bevorstehende Works-Tour bekannt.

 

Queen geben in diesem Jahr acht Konzerte in Botswana im "Sun City Super Bowl". Doch Südafrika wird von der Musikergewerkschaft wegen der Apartheid boykottiert. Queen aber gehören dieser Gewerkschaft nicht an, weil sie alle Rechte über ihre Produktionen selbst besitzen und entscheiden sich, sich selbst ein Bild davon zu machen, indem sie einfach dort hinfahren. Außerdem betonen sie immer wieder, dass sie nicht zwecks politischer Hintergründe, sondern nur zur Freude des Publikums spielen.

Dies hat trotzdem zur Folge, dass Queen eine beachtliche Strafe bezahlen sollen und versprechen müssen, dass sie nie wieder dort auftreten würden. Queen sind aber nur zu der Strafe bereit, wenn das Geld als Spende nach Südafrika fließen würde. Das wird von der Gewerkschaft akzeptiert und damit ist die ganze Sache erledigt.

Queen geben im Jahr 1985 wohl die bedeutungsvollsten Konzerte ihrer Karriere.
Mitte Januar treten sie zwei mal beim "Rock in Rio" Festival als Headliner auf, wo die ganze Elite des Hard Rock vertreten ist. Queen bauen ihre Bühne von der Works-Tour auf, auf der auch alle anderen Bands drauf spielen. Dieses Festival geht als größtes Konzert seit Woodstock in die Geschichte ein. Am Abend des 2. Januars betreten sie dann die Bühne und trauen ihren Augen nicht. Sie haben ja nun schon vor vielen Leuten gespielt, dies stelle jedoch alles bisherige in den Schatten. Sie stehen vor einer ohrenbetäubenden Menschenmasse von 250.000 Leuten. Von der Bühne bis nach hinten, so weit das Auge reicht, drängt sich eine unübersehbare Menschenmenge. Ein wahrhaft außergewöhnlicher Anblick, und triumphal verlassen sie am Schluss die Bühne.
Am Abend des 12. Januars gibt EMI eine Party für alle Beteiligten des Festivals, die auch Live in ganz Südamerika gesendet wurde. Draußen am Strand feiern Hunderte von Queen-Fans ihre eigene Party. Sie haben mit 1.500 Kerzen den Namen "Queen" in den Sand geschrieben. Als Brian davon erfährt, gesellt er sich zu ihnen.
Am 19. Januar betreten sie zum Abschluss des Festivals zum letzten Mal die Bühne. Es hat geregnet und der ganze Zuschauerplatz gleicht einem riesigen Schlammacker. Dazu kommt noch ein nicht mehr zu vertreibender Gestank, denn Toilettenanlagen für 250.000 Leute sind natürlich nicht machbar. Wie sollen die Leute denn auch dorthin gelangen.
Nach dem Festival fliegen alle zurück nach Hause. Außer Freddie, der fliegt nach München, um an seinem Soloprojekt zu arbeiten.

Inzwischen fragt Bob Geldof bei ihnen nach, ob sie Lust hätten, bei einem Wohltätigkeitskonzert im Londoner Wembley Stadion mitzumachen. Sie glauben nicht, dass er so etwas auf die Beine stellen könnte, aber sie sagen ihm zu.
Sie selbst geben am 13. April ihr erstes Konzert in Neuseeland im Stadion "Mount Smart". Von da aus geht es nach Melbourne, wo sie vier Konzerte im "Entertainment Centre" geben. Weil Phil Collins auch in Australien tourt, besuchen sie ein Konzert von ihm, und Phil revanchiert sich. Es ist kein sehr guter Abend, aber ihm gefällt es trotzdem. Danach spielen sie noch vier Abende in Sydney.

Das Konzert von Geldof ist inzwischen beschlossene Sache und läuft unter dem Namen "Live Aid - The Global Jukebox". Parallel soll noch ein Konzert in Philadelphia stattfinden. Jim Beach erklärt Harvey Goldsmith, dem Promoter, dass Queen zu einer ganz bestimmten Zeit auftreten wollen. Der lässt den Kopf hängen und stöhnt: "Nicht noch eine Band die Headliner sein will". Doch Queen wollen zu Harveys Überraschung etwas ganz anderes. Sie wollen um 6 Uhr Abends auftreten. Da stimmt er sofort zu.

Der Tag der Veranstaltung ist der 13. Juli 1985. Das Wembley Stadion ist rappelvoll, als Status Quo das Konzert mit "Rocking All Over The World" eröffnen. Ziemlich genau um 18.00 Uhr betreten Queen die Bühne, was bedeutet, dass sie die erste Band in Philadelphia sind, die Live per Video zu sehen war. Jetzt weiß Harvey auch, warum Queen jetzt spielen wollten. Sie spielen die Titel "Bohemian Rhapsody, Radio Ga Ga, Hammer To Fall, Crazy Little Thing Called Love,  We Will Rock You und We Are The Champions" und Freddie hat die 72.000 Leute voll in seinen Bann gezogen. Als sie von der Bühne gehen, werden sie mit ohrenbetäubendem Beifall belohnt. Zur Eröffnung des Finales singen Freddie und Brian ihr "Is This The World We Created ...?", danach kommt Paul McCartney und singt am Piano "Let It Be". Zum Schluss kommen alle Musiker noch einmal auf die Bühne und singen das Lied "Let They Know It´s Christmas".

Ein toller Abschluss und alle sind sich einig, sogar die Presse und ihre schlimmsten Kritiker, Queen waren die Band des Tages.


Dieser Auftritt und das Eingeständnis der Kritiker geben ihnen neuen Schwung und sie gehen wieder ins Studio. Sie bringen ihre neue Single "One Vision" auf den Markt, die auch im Actionfilm "Iron Eagle" zu hören ist.

Am 17. März 1986 erscheint die Single "A Kind Of Magic" und am 21. Mai folgt die gleichnamige LP mit der Single "Friends Will Be Friends". Die LP wurde für den Film "Highlander" von Russel Mulcahy geschrieben. Ursprünglich sollten nur drei Tracks für den Film verwendet werden, aber am Ende sind es neun Tracks und einige andere Themen unter der Leitung von Michael Kamen.

Im Mai geht die Band wieder auf Tournee.

Am 9. Juni spielen sie ihren ersten Gig in Newcastle im St. James Park vor 40.000 Zuschauern. Die Karten waren innerhalb von einer Stunde vergriffen. Als Freddie fragt, wie viele Leute wohl kommen werden, meint er, dies wird wohl eine unserer kleinen Veranstaltungen. Der Erlös der Show geht an den "International Save The Children Found".

Am 21. Juni spielen sie auf dem Maimarktgelände in Mannheim vor 80.000 Leuten und erreichen so die höchste Zuschauerzahl, die es in Deutschland je gegeben hat.

Am 11. und 12. Juli spielen sie im total ausverkauften Wembley Stadium. Die zwei Shows werden auch von der BBC aufgezeichnet.
Danach kommen sie am 19. Juli noch einmal nach Deutschland ins Müngersdorfer Stadion in Köln. Von Wien aus geht es per Schnellboot nach Budapest. 80.000 Fans sind Zeuge der ersten Rockband, die in ihrem Stadion spielen darf. Auch dieses Konzert wird vom ungarischen Fernsehen aufgezeichnet, welches mit seiner kompletten Ausrüstung anrückt.
Am 9. August führt sie die "Magic Tour" zurück nach England. Tour Manager Gary Stickells hatte vorsorglich einen Termin in Stevenage im Knebworth Park gemietet. Nach der Anfrage, ob er auch ein ausverkauftes Konzert garantieren könne und er dies bejaht, sagen sie zu.

Offiziell werden 120.000 Tickets verkauft. Doch am 9. August sind so viele Menschen eingetroffen, dass man sich entschließt, ihnen auch noch Einlass zu gewähren. Von der Bühne aus wird die Menschenmasse dann auf 140.000 geschätzt. Die Polizei spricht von weit über 200.000 Menschen.

Dies ist bisher das größte Konzert, was Europa je gesehen hat, mit einem seltenen Rekord des längsten Verkehrsstau in der Geschichte Englands.

Fazit der Magic Tour:
26 Konzerte in acht europäischen Ländern. Über 1.000.000 Menschen (alleine über 400.000 in England, Rekord) kamen in den Genuss, die größte Queen-Tour live zu erleben. Die Bühne war ca. 50m breit, ca. 18m hoch und ca. 15m tief. Über 40 Roadies schleppten die über 100 Tonnen schwere Ausrüstung in 15 Trucks durch ganz Europa.

Die mitreißende Stimmung spiegelt sich auf dem anschließend veröffentlichten Album "Live Magic" wieder. Es kommt auf Platz 3 der britischen Charts.

Queen bekommen Anfang des Jahres 1987 den "Ivor Novello Award" für hervorragende Leistungen auf dem Live-Sektor der britischen Musikszene. Dazu sind gleich drei Videos in den Top 20. Die Torpedo Twins Hans Rosacher und Rudi Dolezal entschließen sich, ihr 1986 produziertes Dokumentarvideo "Magic Years" auf den Markt zu bringen. Hier wird die ganze Queen-Geschichte anschaulich dargestellt.

Überwiegend gehen die vier ihren Soloaktivitäten nach.
Freddie erfüllt sich einen Traum. Er ist schon seit langem ein Opern-Fan mit besonderer Vorliebe für Sopran. Seine Favoritin ist Montserrat Caballé. Er besuchte so oft er kann ihre Vorstellungen. Nun kann Jim Beach endlich ein Treffen mit ihr arrangieren. Das Treffen findet in Barcelona auf einer Hotelterrasse statt und Freddie ist total nervös, doch als ihm Montsi erzählt, ihre Kinder seien richtige Queen-Fans und sie dadurch auch seine Musik liebt, ist er überglücklich. Er spielt ihr ein Lied vor und schlägt vor, eine gemeinsame Platte zu aufzunehmen. Montsi ist total begeistert und stimmt sofort zu, doch leider müssen sie feststellen, das ihre Terminkalender so voll sind, dass es fast unmöglich sei, eine gemeinsame Platte aufzunehmen. 

Also bucht Freddie ein Studio, nimmt die Tracks auf und schickt sie nach Spanien. Montsi vervollständigt dann die Gesangspassagen und schickt sie zurück zu Freddie. Der ist ganz stolz und sagt: "Ich kann es gar nicht glauben, ich habe SIE auf meinem Band." Nun macht er sich an die Arbeit, die Musik zu vervollständigen.

Die Single "Barcelona" wird ein Riesenerfolg und zum Eröffnungstitel der Olympischen Spiele 1992 in Spanien gewählt, was Freddie sich niemals zu träumen gewagt hätte.
Außerdem veröffentlicht Freddie ein Remake des Platters-Songs "The Great Pretender".

Roger gründet im August die Band "The Cross" und beginnt sofort mit den Aufnahmearbeiten im Studio. Er hat schon einige Songs komponiert und die werden jetzt aufgenommen.

Brian fördert die junge Schauspielerin Anita Dobson, die ihren musikalischen Horizont erweitern möchte.

Auch 1988 konzentrieren sich Queen fast nur auf ihre Soloprojekte.
Roger bringt mit seiner Gruppe "The Cross" die LP "Shove It" auf den Markt. Diese bringt aber nicht den erwarteten Erfolg und schafft es nur auf Platz 58 der Charts. Das liegt wohl daran, dass Roger nicht seinen Namen in den Vordergrund heben wollte, worauf die Plattenfirma drängte. Trotzdem entschließt sich Roger für eine kleine Europa-Tournee und finanziert sie aus seiner eigenen Tasche. Sie treten in Clubs, Universitäten und anderen kleinen Hallen auf.

Freddie und Montserrat Caballé treten in Barcelona anlässlich der Begrüßung der olympischen Flagge aus Seoul auf, und er veröffentlicht die LP "Barcelona". Freddie glaubt nicht an einen großen Erfolg dieser LP, deshalb werden nur wenige Platten gepresst. Doch innerhalb von drei Stunden gehen mehr als 10.000 Exemplare über den Ladentisch. Die Nachfrage ist riesengroß. Die Platte wird ein großer Erfolg, sogar die Presse ist beeindruckt und lobt Freddie. Sie erreicht Platz 25 in den Charts.

In diesem Jahr geht auch die Studioarbeit für Queen weiter. Ein neues Album ist geplant.

Im Mai 1989 kommt die 16. LP "The Miracle" auf den Markt und erreicht sofort den Spitzenplatz der Charts. Dieses Album ist das erste mit dem Aufdruck "Composed by Queen", was bedeutet, alle Lieder wurden von allen vier gemeinsam komponiert. Fünf Singles werden aus dieser LP ausgekoppelt und alle werden Hits. Für das Video für die Single "The Miracle" werden über drei Monate vier Kinder gesucht, die Queen imitieren sollen. Für die vier Jungs wird extra eine Bühne konstruiert und die Aufnahmen dauern zwei Tage. Das Resultat ist wahrhaft toll, Freddie beginnt sogar, den "kleinen Freddie" zu imitieren.

1990 ist wieder ein ruhiges Jahr für Queen. Die Mini LP "Queen At The Beep" wird veröffentlicht, allerdings nur in Großbritannien. Hierauf befinden sich Demobänder, die Queen noch vor ihrem ersten Album im Studio aufgenommen haben.

Im Februar erhalten Queen den "Award For Outstanding Contribution To British Music", die höchste Auszeichnung, welche die englische Plattenindustrie zu vergeben hat.  Außerdem werden Queen als beste Rockband der 80er Jahre ausgezeichnet. Alle vier nehmen diesmal den Preis persönlich entgegen. 

Freddie, der sich seit langen wieder in der Öffentlichkeit sehen lässt, ist sehr schmal geworden. Ziemlich bald nach der Fertigstellung von "The Miracle" begeben sie sich wieder ins Studio, um mit den Aufnahmen zu ihrer 17. LP zu beginnen.

Am 4. Februar 1991 erscheint die LP "Innuendo".

Sie erreicht in sechs europäischen Ländern den Spitzenplatz. In England steigen sowohl das Album wie auch die Single "Innuendo" auf Platz 1 in die Charts ein. In den Staaten wird das Album bereits nach zwei Monaten vergoldet. Aus dem Video von "Innuendo" wird ein Teilstück wegen des Golfkrieges zensiert. In dem Stück werden Szenen aus dem 2. Weltkrieg gezeigt. Sie wurden durch spanische Volkstänze ersetzt.

Anlässlich des 20. Jubiläums von Queen erscheint "Greatest Hits II", erneut in Kombination mit "Greatest Flix II" und "Greatest Pics II". Das gesamte Paket wird erwartungsgemäß wieder ein großer Erfolg.

Nach den vielen Gerüchten, dass Freddie sehr krank sei, versammeln sich immer mehr Journalisten vor seinem Haus "Garden Lodge" in Kensington. Sie lassen ihm keine Ruhe mehr, bis am Abend des 23. November  folgende Pressemitteilung  erscheint:

"Ich habe mich einem HIV-Test unterzogen, mit positiven Ergebnis. Mit anderen Worten, ich habe AIDS. Ich habe das Gefühl, die Zeit sei gekommen, meinen Freunden und meinen Fans die Wahrheit zu sagen und ich hoffe, sie sind an meiner Seite in meinem und der Ärzte Kampf gegen diese Krankheit."

Am Tag darauf sind alle Zeitungen voll von Freddies "Eingeständnis", dass er den tödlichen Virus in sich trage.
Doch die Druckerschwärze ist noch nicht ganz trocken, als sich die Tragödie bereits vollendet.
Schon am nächsten Tag, dem 24. November 1991, einem Sonntag, ist Freddies Kampf Abends kurz vor 7 Uhr zu Ende. Er stirbt in Anwesenheit seines Lebensgefährten Jim Hutton an einer Lungenentzündung, die sein geschwächter Körper nicht mehr verkraftete.

Freddies Tod löst in der ganzen Welt Aufmerksamkeit und Anteilnahme aus. Beileidsbezeugungen kommen säckeweise im Queenbüro an. John, Roger und Brian sind total erschüttert. Sie haben ihren engsten Freund und Weggefährten verloren.
Sie geben folgende Presseerklärung heraus:
"Wir haben das größte und am meistgeliebteste Mitglied unserer Familie verloren. Wir empfinden überwältigenden Schmerz über diesen Verlust und sind sehr traurig darüber, dass er auf der Höhe seiner Kreativität von uns abberufen wurde. Vor allen aber sind wir auch stolz auf die mutige Art, wie er lebte und starb. Wir empfinden es als Auszeichnung, gemeinsam mit ihm diese Jahre verbracht zu haben. Sobald es uns möglich ist, möchten wir sein Leben auf eine seiner Art und seinem Wesen würdige Weise ehren."

Brian hatte inzwischen eine Solo-LP fertig, woraus eine Single veröffentlicht werden sollte. Er wollte aber den Termin noch kurzfristig verschieben, weil es Freddie sehr schlecht ging. Doch Freddie sagte noch auf seine Art, "Hey, das ist doch die beste Promotion die du kriegen kannst" und er bestand darauf, dass die Single auf den Markt kam. Dies geschieht auch so und "Driven By You" erscheint am 25.11.1991, am Tag nach Freddies Tod. Der Automobilkonzern Ford wird auf den Song aufmerksam und fragt Brian, ob er dieses Lied in seinem neuen Werbespot verwenden dürfen. Brian stimmt zu.

Freddie wird am 27. November 1991 im Krematorium West-London eingeäschert. Der Trauergottesdienst erfolgte nach dem zoroastrischen Glauben, dem Freddies Eltern streng anhingen. Das ganze geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit nur wenigen geladenen Gästen, seiner Familie und seiner engsten Freunde.

Einer von Freddies letzten Wünschen war es, dass die Single "Bohemian Rhapsody" zum zweiten Mal neu aufgelegt werden sollte. Am 2.12.1991 erschien sie zusammen mit "These Are The Days Of Our Lifes" als doppelseitige A-Seite. "Bohemian Rhapsody" kommt zum zweiten Mal auf den Spitzenplatz der Charts, was zuvor doch niemals eine Single schaffte, und hält sich dort ununterbrochen für 5 Wochen. Die Einnahmen dafür gingen an den "Freddie Mercury Phoenix Trust".

Anfang des Jahres 1992 geben Brian und Roger bei einer weiteren Preisverleihung bekannt, dass sie ein Abschiedskonzert im Rahmen des Aids Awareness geben wollen. Dieses Konzert soll der Abschied von ihren treuen Fans, aber auch der Abschied von ihrem besten Freund Freddie Mercury sein. Roger sagt, dass außer Queen auch sehr viele Freunde kommen würden. Das Konzert solle am 20. April, Ostermontag,  im Wembley Stadium stattfinden. Die 72.000 Karten sind innerhalb von drei Stunden vergriffen. Also begeben sich Queen mit ihren Freunden in die Bray Studios und proben.
Am Abend des 20. April, das Stadion ist rappelvoll, herrscht eine Riesenstimmung. Im Vorprogramm stehen die Elite des Rock 'n' Roll auf der Bühne. Def Leppard geben die Eröffnung, danach folgen Extreme und Guns&Roses. Liz Taylor hält eine Rede für den Kampf gegen die Krankheit AIDS und dann wird es spannend.

Freddie ist auf einer riesigen Videoleinwand zu sehen und singt sein Intro mit den Fans.

Das Publikum singt mit, als stände Freddie leibhaftig auf der Bühne. Dann kommen die Jungs mit einem ohrenbetäubenden "Gitarrenkrach" und tosendem Beifall auf die Bühne und steigen mit "Tie Your Mother Down" voll ein. Man kann vor lauter Rauch kaum noch etwas sehen, aber das Publikum ist total aus dem Häuschen. Die Menschenmasse steht in einem Wechselbad der Gefühle, keiner weiß, ob man jetzt jubeln oder weinen soll. Gegen Mitte des Konzertes spricht David Bowie ein "Vater Unser" für seinen an AIDS erkrankten Freund und für alle anderen AIDS-Opfer. Die Fans sind totenstill und beten mit. Zum Finale singt Liza Minelli "We Are The Champions" und alle Musiker gesellen sich zu ihr auf die Bühne. Ein großer Moment, und die drei restlichen Queen-Member haben beim Abschied Tränen in den Augen. Es muss für sie ein Gefühl sein wie das Zuschlagen eines Buches nach zu Ende lesen des letzten Kapitels. Queen werden mit frenetischem Beifall von ihrem Publikum verabschiedet.
Das Konzert wird in fast alle Länder der Welt übertragen. 600 Millionen Menschen sehen ein Konzert, das es in dieser Größenordnung niemals zuvor gegeben hat. Die Aufbauarbeiten der Bühne dauerten über zwei Wochen. Über 3.000 Scheinwerfer sorgten für die größte Lightshow der Welt. Die Elite des Musikgeschäfts war anwesend und alle waren sich einig, dieser Abschied wurde Freddie wohl gerecht.

Dies sollte aber nicht die letzte Aktivität von Queen sein. Brian gibt bekannt, das Queen noch gemeinsam mit Freddie einige Songs nach "Innuendo" aufgenommen haben, die nur darauf warten, fertig gemischt zu werden. Sie brauchen aber alle noch Zeit, um ihr Leben nach Queen nachzudenken.

Ende des Jahres kommt dann die Solo-LP von Brian auf den Markt. Er nennt sie "Back To The Light". Er macht auch als erster Rockmusiker die Musik zu einem Computerspiel, "Resurrection", welche auch auf seiner LP zum Teil zu hören ist.

Roger löst die Band "The Cross", nachdem sich absolut kein Erfolg einstellt, wieder auf.

Anfang des Jahres 1993 gründet Brian die "Brian May Band" und tourt fast das ganze Jahr durch Europa. Drummer dieser Band ist der legendäre Cozy Powell. Ein Live-Album und ein Video von der Show aus der Brixton Academy erscheinen auf dem Markt.

Roger bringt 1994 sein drittes Soloalbum auf den Markt. Hierauf hat er ein Abschiedslied für Freddie geschrieben. Außerdem machte er eine kleine Italien-Tournee.
1995, am Todestag von Freddie kommt die von Brian angekündigte LP namens "Made In Heaven" mit den noch nicht fertigen Songs auf den Markt. Als Single haben sie "Heaven For Everyone" gewählt, welches in vielen Ländern den Spitzenplatz der Charts erklimmt. Fünf Lieder hatten sie noch in der Schublade, die sie nun fertig abgemischt haben. Zusätzlich wurden noch einige alte Lieder neu gemischt und eine Version von Brians "Too Much Love Will Kill You", die Freddie noch gesungen hatte, kommt auch noch als Single heraus. quot;Made In Heaven" wird ein äußerst erfolgreiches Album und in vielen Ländern mit mehrfachem Platin ausgezeichnet.  

1996 ist ein ruhiges Jahr für Queen. Nur eine Meldung kommt in die Presse, nämlich dass Brian sich von seiner Frau Chrissie scheiden lässt. Aber dafür bekommen sie den Web Award für ihre hervorragene Web Seite unter http://queen-fip.com.

Mitte des Jahres 1997 schreibt Brian ein Lied namens "No-one But You (Only The Good Die Young)" und schickt es zu Roger, der es sich mal anhören sollte. Doch der vergisst dies völlig und legt es in eine Schublade. Einige Monate später findet er es wieder und hört es sich an. Er ist total aufgeregt, ruft Brian an und sagt, dies ist ein Queen-Song, sie müssten ihn zusammen aufnehmen. Also rufen sie John an und begeben sich in ein Studio. Sie machen ein Video dazu und bringen es als Single heraus. Dieses Lied soll all denen gewidmet sein, die zu früh von uns gegangen sind. Sie stellen ein Album mit ihren besten Rock Songs zusammen und bringen es als "Queen Rocks" auf den Markt. 

Dazu gibt es noch ein Video mit einer Zugabe von "The Making of No-one But You".
Die Verkaufszahlen sind aber immer noch sehr hoch, so das Brian sich wundert, dass das Interesse an Queen immer noch so hoch war.

1998 bringt Brian sein zweites Soloalbum heraus. Damit will er wieder auf Tour gehen, doch dann verunglückt Cozy Powell tödlich mit seinem Auto. Die Tour wird dann mit dem ehemaligen "Kiss"-Drummer Eric Singer gestartet. Die Show ist phantastisch, und Brian scheint ganz neuen Spaß an seiner Solokarriere zu haben. Er hat eine neue Gitarre, die so aussieht, als hätte er damit einen Acker umgegraben. Doch diese hat zum Erstaunen der Fans einen ganz hervorragenden Sound, woraus Brian sich natürlich einen Spaß macht.
Außerdem geht Brian mit seiner eigenen Homepage ins Netz.
Roger bringt seine vierte Solo LP auf den Markt. Er gibt über seine Homepage bekannt, dass er ein großer Internet-Konzert geben wolle. Mit diesem Konzert erreicht er die höchsten Online-Zuschauer und kommt ins "Guinness Buch der Rekorde". Dann macht er eine kleine England-Tournee.
Queen bringen als erste Musiker ein eigenes Computer-Spiel auf den Markt. Es handelt sich um ein Action Adventure Spiel und enthält jede Menge Queen-Songs. Es heißt "Queen - The Eye".

1999 gestalten Queen ihre Homepage neu, die nun als Votum für die Lieblingslieder der Fans fungiert. Die gewählten Lieder werden sortiert und als "Greatest Hits III" veröffentlicht. Die LP kommt wie erwartet wieder in die Charts. Jetzt schreiben wir das Jahr 2000. 30 Jahre Queen. Ein weiteres Jubiläum, das gefeiert werden kann.

Zur Jahrtausendwende wird "Bohemian Rhapsody" bei vielen Umfragen als bester Song des 20. Jahrhunderts gewählt und es gibt erneut viele viele Auszeichnungen. Brian und Roger nehmen mit der Gruppe "Five" die Songs "We Will Rock You" und "Tie Your Mother Down" neu auf. WWRY verbringt eine Woche auf dem Spitzenplatz der britischen Charts. Außerdem wird zusammen mit Robbie Williams eine Version von "We Are The Champions" eingespielt und es gehen sogar Gerüchte herum, dass Robbie Williams fester Sänger von Queen werden soll. Dies bestätigt sich allerdings nicht. 

Weiterhin startet Ende 2001 im Münchener Planetarium die Show "Queen Heaven", eine 70-minütige Laser Show der Superlative, die in den ersten Wochen restlos ausverkauft ist. 

Im Jahre 2002 spielen Brian und Roger zum 50jährigen Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. beim "Royal Pop Concert" mit. Brian hat dabei die Ehre, das Konzert mit seiner Version von "God Save The Queen" vom Dach des Buckingham Palace zu eröffnen. Queen bekommen eine der längsten Spielzeiten und "Bohemian Rhapsody" wird mit Hilfe des "We Will Rock You"-Ensembles zum ersten Mal überhaupt komplett live gespielt, eine Wahnsinns-Show! Vorgeübt wurde das Ganze einige Wochen zuvor beim Queen-Day in Amsterdam, wo Brian und Roger ihren ersten musikalischen Auftritt seit langer Zeit feierten.
Das Musical "We Will Rock You" hatte wenige Tage zuvor mit großem Erfolg in London Premiere. Geschrieben wurde es von Ben Elton unter finanzieller Mithilfe von Robert de Niro. Im September erscheint die "Platinum Collection", alle 3 Greatest Hits-Alben in einem Paket. Diese erreicht ebenfalls in vielen Ländern den Platin-Status und avanciert zu einem der erfolgreichsten Mehrfach-Alben überhaupt. 2002 ist außerdem das Jahr, in dem die ersten offiziellen Queen-DVDs erscheinen. So gibt es eine Doppel-DVD des "Freddie Mercury Tribute Concerts", die "Greatest Video Hits 1" sowie die Audio DVD "A Night At The Opera". Auch auf dem Musik-DVD-Markt nimmt Queen so eine Vorreiterrolle ein.
Weiterhin werden Queen im Oktober in Hollywood mit einem Stern auf dem "Walk Of Fame" ausgezeichnet.

Auch 2003 gibt es weitere Queen-Aktivitäten. Zu Beginn des Jahres erscheint ein Remix von "Flash" zusammen mit der Gruppe Vanguard, welcher in Deutschland ein Top 20-Hit wird. Im DVD-Bereich erscheinen die "Made In Heaven Films", die "The Game" Audio-DVD sowie die Doppel-DVD "Live At Wembley Stadium". Letztere schlägt ein wie eine Bombe und dominiert wochenlang die Musik-DVD-Charts. Erstmals ist das Kult-Konzert in voller Länge zu bewundern. Mit ihren Zusatz-Features wie Aufnahmen vom Vortagskonzert und aus dem Backstage-Bereich und ganz besonders den Multi Angle Cams setzt diese DVD neue Maßstäbe.
Auch im klassischen Bereich tut sich neues. Komponiert von Tolga Kashif erscheint die "Queen Symphony", in der sich Themen aus Queen-Songs auf komplett neue Weise wiederfinden. Im Mai treten Brian und Roger bei "Pavarotti&Friends" in Modena auf. Im Sommer erscheint "We Will Rock You" erneut als Single, nachdem es durch einen Werbspot des französischen Mineralwasserherstellers Evian neue Popularität bekommen hat. Die Single steigt in einigen Ländern sehr hoch in den Charts, in Australien erreicht sie sogar die Nummer 1.
Nachdem das "We Will Rock You"-Musical in London seit seinem Erscheinen das populärste Musical ist, werden neue Aufführungen in Melbourne und Barcelona arrangiert, welche bereits vor ihrem Start für Monate ausverkauft sind.

 

Im Frühjahr 2004 findet in Südafrika das von Nelson Mandela ins Leben gerufene 46664-Konzert statt, welches in der Tradition von "Live Aid" finanzielle Mittel zu Bekämpfung von Aids erwirtschaften soll. Unter den mehr als 30 Gruppen und Künstlern sind auch Brian und Roger - sogar mit einigen neuen Songs - vertreten.
Der Siegeszug des "We Will Rock You"-Musicals geht auch in diesem Jahr weiter. Neue Bühnen werden in Madrid, Las Vegas und Moskau hergerichtet. Im Dezember ist endlich auch Deutschland an der Reihe: am 12.12. feiert "We Will Rock You" Premiere im Kölner Musical Dome!

Ein weiteres Highlight sind zwei weitere DVDs: Zum einen erscheint langersehnt im November das "Live Aid"-Konzert in einem mehr als 10-stündigen Zusammenschnitt auf 4 DVDs. Endlich kann der sagenumwobene Auftritt von Queen bei der Mutter aller Benefiz-Konzerte ausgiebig bewundert werden! Bereits drei Wochen zuvor werden die hungrigen Ohren der Fans mit einer weiteren Live-Doppel-DVD gefüttert; "Queen On Fire - Live At The Bowl" heißt das gute Stück und zeigt das Milton Keynes-Konzert aus dem Jahre 1982 - eine atemberaubende Aufnahme! Währenddessen werden Queen in Japan zum "Artist of the Year" gewählt, nachdem das neue Album "Queen Jewels" zwei Wochen an der Spitze der japanischen Charts lag und Queen mehr als 1,7 Millionen Platten im Jahr 2004 verkauften.
Der wahre Knaller folgt aber bei einem Auftritt von Brian und Roger in Thomas Gottschalk's "Wetten Dass...?"-Show im Dezember: Brian und Roger verkünden, dass sie im Frühjahr 2005 auf Tour gehen wollen! Als Sänger wird der ehemalige Bad Company-Sänger Paul Rodgers genannt. Die Fans sind gespannt, was sie wohl erwarten wird. Fakt ist, dass auch in Deutschland Konzerte stattfinden sollen...

Nachdem die ersten Konzerttermine bekanntgegeben werden und der Vorverkauf beginnt, wird schnell klar, dass die Tour ein voller Erfolg werden wird. Die 28 Hallenkonzerte in 13 europäischen Ländern, darunter so "geschichtsträchtige" Orte wie Budapest und natürlich London, sind fast komplett ausverkauft. Aufgrund der großen Nachfrage sieht sich die Gruppe gezwungen, im Sommer noch eine kleine Open Air-Tour ranzuhängen, unter anderem im Kölner RheinEnergie-Stadion, wo 30.000 Fans einen begeisternden Abend feiern. Das Konzert im Londonern Hyde Park, an dem rund 65.000 Fans teilnehmen, muss aufgrund der Tags zuvor stattfindenden

Terror-Anschläge in der Londoner U-Bahn um eine Woche verschoben werden. Im Herbst folgen noch einige Gigs in Japan und den USA. Insgesamt spielen Paul, Brian und Roger bei 34 Konzerten vor über 400.000 überaus dankbaren Zuschauern. Als weitere Ergebnisse der Tour werden eine Live-CD und eine DVD vom Konzert aus Sheffield veröffentlich. Schließlich wird zum Jahresende eine weitere USA-Tour im Frühjahr 2006 angekündigt. Queen sind so präsent wie jahrelang nicht mehr.

 

Queen haben es nun nach über 30 Jahren geschafft, über 190.000.000 Alben zu verkaufen, über 10.000.000 Menschen waren live bei ihren Konzerten, sie hatten das größte zahlende Publikum, sie wurden als beste Newcomer-Band der 70er und als beste Band der 80er gewählt, das Lied "Bohemian Rhapsody" wurde 1977 als beste britische Single der letzten 25 Jahre gewählt und das Lied "We Are The Champions" ist in aller Welt bekannt.
Die Ära Queen wird wohl niemals zu Ende gehen, denn das Andenken, das Freddie Mercury und Queen ihren Fans hinterlassen haben, wird in den Herzen der Fans immer weiter leben.

 

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